Bist du glücklich?


Viele Menschen stellen sich das Glücklichsein kompliziert vor. Doch das Gegenteil ist richtig; die Natur selbst spricht laut gegen jede Abweichung vom einfachen Leben. Man kann das Glück nicht künstlich herstellen. Es ist an die Einfachheit des Lebens gebunden. Das wahre Glück braucht weder ein großes Vermögen noch einen großen Erfolg. In Wirklichkeit sind es gerade die einfachen, stillen und anspruchslosen Dinge, die glücklich machen. 

Wenn wir den Tag mit viel Sonnenschein reinen Lebens und hohen Gedanken erfüllen, öffnen wir uns dem Glück. Freundliche Worte voller Güte und hilfreiche Taten machen uns froh. Freundschaft, Liebe, Zuneigung, treue Pflichterfüllung und Dienst am Ganzen oder am Nebenmenschen sind ganz einfache Dinge, aber in ihnen liegt das Glück. 

Jeder tüchtige Mensch hat den Wunsch, etwas zu tun und etwas in der Welt zu sein. Die Tätigkeit ist das Gesetz allen Lebens, sie ist die Gnade, die vor dem Stillstand bewahrt. Glück und Tätigkeit sind unzertrennliche Zwillinge. Das große Glück ist das Wohlergehen desjenigen, der in eifriger Arbeit das vollbringt, wozu er von der Natur bestimmt ist. Der Mensch ist zur Arbeit geschaffen; nur durch sie kann er sich innerlich entwickeln, fröhliche Arbeit macht glücklich. 

Eines der schönsten Gefühle ist die Befriedigung, die wir empfinden, wenn wir spüren, dass wir innerlich wachsen, dass wir weiterkommen, dass es mit uns vorwärts und aufwärts geht. Wir könnten Forscher für die Schönheit und die Wahrheit werden, das weist den Weg zu Geisteskultur und Seelenadel. 

Gerade wer für den Lebensunterhalt viel arbeitet, braucht die Zeit für den Ausgleich, um Kunst und Schönheit zu empfinden. So bleibt auch bei grossen Herausforderungen das Glücksempfinden erhalten. Wer sich an den kleinen Dingen erfreuen kann, hat den Weg zum Glück schon gefunden. Wir sind für das Glück geschaffen. Es ist unser richtiger und gewollter Zustand. 

Glück hängt eng mit dem zusammen, was wir tun und denken. Ein Mathematiker würde sagen, es ist eine Funktion unseres eigenen Handelns und Denkens, nicht der äußeren Umstände. Wenn wir Hilfsbereitschaft, Güte und Selbstlosigkeit (rote Aktivitäten) säen, werden wir Glück ernten. 

Ehrliche, fleißige Arbeit, der Wille, sein Bestes zu geben, das Gute zu wollen, das sind die Mittel, glücklich zu sein. Ein reines Herz und ein reines Gewissen verhelfen zum Glück. Hier sagt uns Goethe, was wir brauchen, um glücklich zu sein: 

„Große Gedanken und ein reines Herz, das sollen wir von Gott erbitten."