Der Geist ist der Kern des Menschen, der sich aus einem blauen Lichtfunken, dem Geistkeim, entwickelt hat. Dieser lebendige blaue Lichtfunke ist das »Herz« des geistigen Menschenkörpers. Und wie das Herz des irdischen Körpers ist es das Zentrum aller Lebensfunktionen. Der Menschengeist muß die verschiedenen Stofflichkeiten durchwandern, um sich zum vollen Bewußtsein zu entwickeln.
Der menschliche Geist ist ursprünglich schön. Im Gegensatz zur Materie ist er geistiger Natur. Deshalb braucht er Hilfsmittel, Hüllen, um sich in der andersartigen Umgebung bewegen und wirken zu können. Das ist zunächst die Seele, deren Feinstofflichkeit genau der feinstofflichen Umgebung entspricht. Dann ist es der irdische Körper, dessen Dichte der grobstofflichen Materie angepasst ist.
Der irdische Körper ist mit Verstand ausgestattet, die feinstoffliche Seele mit Empfindung. Die Empfindung wird durch eine Kraftwelle des Geistes ausgelöst, die weiter auf den Verstand einwirkt und ihn zum Handeln anregt. Beide Hilfskörper, die Seele und der irdische Körper, wären ohne die Kraft des Geistes unbeweglich. Sie wären leblose Hüllen, wie die Kleider und Mäntel, die den irdischen Leib bekleiden. Erst der Geist haucht der Seele und dem Erdenkörper Leben ein und zwingt sie dadurch zur Bewegung.
Der Geist herrschte, und der Verstand diente dem Geist und verarbeitete seiner Natur gemäß die Eindrücke, die er vom Geist empfing. Und solange dies geschah, herrschte Friede und Glück auf Erden.
Doch irgendwann begann die menschliche Tragödie.
Der Mensch fühlte sich durch den Verstand stark und sicher. Er begann Dinge zu tun, die nicht seinem Empfinden entsprachen. Er handelte bewusst falsch, obwohl er genau wusste, dass etwas falsch war, aber er tat es trotzdem. Das harmonische Zusammenspiel von Körper und Geist wurde gestört, als der Verstand die Oberhand gewann. Der Mensch begann gegen sein Empfinden zu handeln und schnitt sich damit von den Einflüssen des Lichtes ab.
Mit der Herrschaft des Verstandes wurde der Geist träge, schläfrig und schwach. Je schwächer ein Geist ist, desto leichter können dunkle, böse Einflüsse das seelische Empfinden verändern. Als noch der lichtgebundene Geist auf Erden herrschte, empfanden die Menschen Wahrheitsliebe, Lichttreue, Barmherzigkeit; sie hatten einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, liebten und achteten alle Geschöpfe.
Später verschwanden nach und nach alle reinen, lichten Empfindungen, und andere, nicht minder starke Empfindungen bedrängten die Seelen der Menschen: Lüge, Misstrauen, Irrglaube, Neid, Eifersucht, Haß, Schamlosigkeit und vieles mehr. Das ist der heute weit verbreitete seelisch-geistige Zustand. Die negativen Empfindungen prägen die Seelen stark und können sich schädlich auf den Erdenkörper auswirken.
Je länger sich ein Mensch geistig von den lichten Verbindungen abgeschnitten hat, desto mehr schneidet er sich vom Lebensstrom der geistigen Welt ab. Nach einer gewissen Zeit führt dieses Abgeschnittensein vom geistigen Lebensstrom zum geistigen Stillstand. Der blaue Lichtfunke, das „geistige Herz“, ist noch da, der Mensch lebt sein Leben, ernährt sich, schläft und vermehrt sich, aber er gilt als geistig tot.
Doch auch in diesem geschwächten, vom Licht abgeschnittenen Zustand können sich nach dem Lichtgesetz in dieser Zeit noch Geister inkarnieren, die als tot gelten.
Erst wenn eine gewisse Abkühlung des Lichtfunkens eintritt, was nach einer bestimmten Zeit unweigerlich geschieht, ist eine Inkarnation nicht mehr möglich. Dann sinkt die betreffende Seele nach dem Gesetz der Schwere in die Tiefe.
Jede Entwicklung hat einen bestimmten Zeitablauf. Das gilt auch für die eigene geistige Entwicklung. Wer geistig ruht oder gar eingeschlafen ist, muß jetzt schnell aufwachen. Der Reinigungsprozess auf der Erde rüttelt an den Seelen, und wir können glücklicherweise beobachten, dass viele Menschen jetzt geistig erwachen. Leider gibt es aber auch Massen von Menschen, die trotz der Turbulenzen nicht erwachen wollen. Die Geister sind schwach, die Trägheit verhindert eine neue Verbindung mit den geistigen Lichtquellen. Angst und Depression breiten sich aus. Es ist die Ahnung der großen Gefahr, die von der Lichtlosigkeit ausgeht.
Jetzt gilt es, geistig wach zu werden, mit aller Kraft das Gute zu wollen und sich nach den Lichtfäden auszustrecken, den Verstand in seine Schranken zu weisen und auf die Stimme des Geistes, auf die Empfindung zu hören. Unzählige lichte Helfer stehen bereit.