Gedanken zu Weihnachten und Bergpredigt (übermittelt)


Weihnachten wird die Geburt Jesu´ gefeiert, wie auch seine Auferstehung. Eine Geburt in einem Stall, und ein grauenhafter Tod am Kreuz. Seine Mission bleibt kaum gehört. 

Wir wünschen uns gegenseitig frohe Weihnachten und ein besinnliches Fest. Dennoch ist es manchen von uns in diesen Tagen auch weh ums Herz, bei all den Schreckensmeldungen, dem Mangel an Liebe und Freude. Vor allem die geistige Trägheit ist erschütternd, wie auch das weit verbreitete Vergessen um den Sinn des Weihnachtsfestes. 

Eine direkte Lichtsendung des Gottessohnes war erforderlich, wenn nicht alle Menschen geistig verloren gehen sollten. Denn es war damals schon klar, dass eine grosse Reinigung, das Gericht, kommen wird, in Verbindung mit neuem Wissen zur Weiterentwicklung der Menschheit.

Im Geistigen sind 1000 Jahre wie ein Tag. Vor 2.000 Jahren etwa, (geistig erlebt vor 2 Tagen) begann Jesus seine Wanderschaft und die damit verbundene Verbreitung der lichten Wahrheit. Seine als "Bergpredigt" bekannten Worte, die er von einem Hügel zu einer grossen Menge von Menschen richtete, sind eingegraben in alle Zeit. Sie wurden von einem berufenen Geist aufgenommen und aufgeschrieben.  Im unteren Teil sind sie im Original-Wortlaut zu lesen.

Die Weihnachtsklänge schwingen mahnend durch das All.
Wir leben, um zu erleben. 

Bergpredigt

Wieder hatte sich das Volk um den Meister und seine Jünger geschart. Sie lauschten andächtig und wollten mehr hören. Da setzte Jesus sich auf einen Hügel, und zu seinen Füßen lagerten die Scharen, die gekommen waren, um sein Wort zu vernehmen. Und Jesus sprach:

„Selig sind, die einfach das Wahre aufnehmen; denn das Himmelreich ist ihrer.

Grübelt nicht und klügelt nicht an meinen Worten, ihr würdet damit nie ein Ende finden. Sprecht nicht zu euren Mitmenschen von dem, was euch damit berührt; denn sie sind anderer Art, würden nur ihr Eigenes hervorziehen und euch damit verwirren!

Selig sind die Menschen, die geduldig und sanftmütig; denn sie werden die Erde bezwingen.

Lernet zu warten und lernet euch zu mäßigen, dann werdet ihr einst die Macht, andere Menschen zu bezwingen, in euch tragen. Eigene Zucht wird andere zähmen!

Selig sind, die durch Leid gehen müssen; denn sie werden getröstet werden.

Klaget nicht, wenn Leid über euch kommt. Traget es und seid stark! Es kann kein Leid an euch heran, das ihr nicht heranließet. Lernet aber daran und wandelt euch im Innersten, dann fällt es von euch, und ihr werdet frei!

Selig sind, die Gerechtigkeit erflehen; denn sie sollen sie erhalten.

Wenn ihr glaubt, zu Unrecht zu leiden, so schaut auf die Menschen, die eure Nächsten sind, und machet alles gut, das ihr ihnen jemals angetan. Auch wenn ihr glaubet, daß ihr im Rechte seid! Kein Mensch hat das Recht, einen anderen leiden zu lassen! „Wenn ihr darin rein seid, dann wird euch kein Mensch zu Unrecht leiden lassen, sie werden beschämt werden durch eure Geistesgröße!

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Täuschet euch aber nicht, daß ihr nicht falsche Barmherzigkeit übet, sondern bedenket, ob euer gutes Wollen auch den Menschen wahrhaftig nutzet!

Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heissen.

Frieden in sich tragen, Frieden den Menschen zu übermitteln, bedingt eine solche Lauterkeit der Seele, daß nur wenig Menschen auf der Erde schon Gotteskinder heißen werden. Der Mensch, der wirklichen Frieden, Gottesfrieden, in sich trägt, wird seinen Mitmenschen Linderung und Balsam sein, wird ihre Wunden heilen nur durch sein Dasein!

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen Leid tragen; denn ihrer ist das Himmelreich.

Für die Gerechtigkeit leiden heißt für die Wahrheit leiden. Alles auf sich nehmen, alles überwinden, um wahr bleiben zu können, ist für den Menschen das Schwerste während seiner Wanderung. Es bedeutet alles: gerecht leben, wahr leben bis ins kleinste, und es wird manchen Kampf, manches Leid kosten, es wird Erleben sein, wahres Erleben auf der ganzen Wanderung des Menschen. So sollte sein Weg sein, damit der Weg ihm offenstehe zum Himmelreich.

Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Alles liegt in diesen Worten, das Höchste, was ein Mensch erringen kann, Gott zu schauen in seinen Werken. Sein Herz muß rein sein, klar wie ein Kristall, damit keine Trübung ihm das Schauen verwehre. Schauen ist erkennen! Der Mensch, der reinen Herzens ist, hat es vollbracht, er kann aufsteigen zum Licht.«

Als Jesus geendet hatte, herrschte tiefes Schweigen.
Die Gesichter der Menschen zeugten von ihrem Denken und Empfinden. Aber Jesus blickte nicht erst in die Züge der Menschen, um zu erkennen, wie sie seine Botschaft aufgenommen hatten. Er kannte sie und hoffte, daß bei einigen wenigstens etwas haften bliebe, von dem er gekündet hatte. Er wußte, daß langsam das Verständnis bei den Menschen erwacht, daß ein Sehnen nach wahrem Wissen nicht mehr niederzuzwingen war. Das machte Jesus froh und dankbar gegen Gott.

 

Nun möchtet ihr fragen: Was sollen wir denn tun, damit wir selig werden? Ich will euch antworten, damit ihr endlich begreift.

Ihr lebt nicht, um leicht zu leben, wie ihr es euch ersehnt! Ihr lebt, um zu erleben!  … Seid deshalb wachsam allezeit! Lernet aus euren Fehlschlägen, lernet an eurem Glück. Schaut euch um; ihr seid nicht auf der Erde, um sie zu mißachten! Ihr müßt sie kennenlernen; denn ihr tragt Körper, die aus ihr stammen. Ich will euch die Gesetze, die in der Schöpfung schwingen, denen auch ihr unterliegt, noch einmal geben. Nutzet die Zeit, die euch noch übrig bleibt bis zur Stunde des Gerichts!"

 

(Bild oben "Bergpredigt" von Carl Bloch, 1877)